Pekka Vuorela

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Das letzte Jahr war in vielen Branchen eine ziemliche Herausforderung. Eine lang andauernde Ungewissheit und Aussichtslosigkeit haben uns und unsere Kunden dabei verfolgt. Ich habe sehr nah verspürt, auf welch unterschiedliche Art Corona die Unternehmen betroffen hat. Den Kontakt zum Markt erreichen wir über wissensbasiertes Management (Marktforschung, Beratung und Analytik) und das Personaldienstleistungsgeschäft (Personalvermittlung und Einstellungen) sowie aus dem reinen internationalen Geschäft mit wissensbasiertem Management – die Dinge sind während des letzten Jahres in unterschiedlichem Rhythmus und mit Vor und Zurück beträchtlich vorangekommen. Wunsch und Wille waren vorhanden, aber manchmal war es schwer, Hoffnung zu machen.

Das Geschäft mit wissensbasiertem Management stoppte im vergangenen Frühjahr wie vor einer Wand, das zweite Quartal war von seinem Umsatz etwa 30 % schwächer als im Vorjahreszeitraum 2019. Die plötzliche Bremsung war so vernichtend, dass wir auf die Situation schnell reagieren mussten. Bis zur Leitung halbierten wir die Arbeitszeiten aller für drei Monate. Das schnelle Reagieren erwies sich als weiser Schritt. Zum Sommer hin stabilisierte sich die Situation und der Bestelleingang begann sich zu erholen – im Herbst beschleunigte sich das Tempo und im Winter drückten wir das Gaspedal vor Arbeit voll durch. Während des Jahresendes erreichten wir den Umsatz des vergangenen Jahres und jetzt im ersten Quartal befinden wir uns bereits über 10 % im Wachstum.

In Bezug auf die Personaldienstleistungen verliefen Frühjahr und Sommer noch prima, im Herbst traf Corona die Industrie und begann die geschäftlichen Aktivitäten unserer Kunden zu beeinträchtigen, die Bestellungen bei der Personalvermittlungs- und Einstellungsdienste kamen zum Erliegen. Die Unsicherheit hat sich auch bis zum Jahresbeginn 2021 fortgesetzt, insbesondere haben Barrieren bei der Mobilität internationaler Arbeitskräfte mehrere unserer Kundenbranchen und unsere eigenen Wachstumsbestrebungen behindert.

Inmitten von Corona, im Juli 2020, beschlossen wir ernsthaft in den deutschen Markt zu investieren und gründeten die Innolink Germany GmbH, worüber ich im Sommer in meinem Blog berichtete. Damals kehrte ich aus Deutschland nach Finnland zurück und Arndt Polifke übernahm mit über 25 Jahren internationaler Erfahrung in der Marktforschung die Aufgaben des CEO in der Gesellschaft in Deutschland. Bereits auf den ersten Metern erhielten wir einen Auftrag von der deutschen Gesellschaft und etwas später benötigten einige unserer Nordic-Kunden unsere Hilfe auf dem deutschen Markt. Das Team wuchs und neue potenzielle Projekte taten sich auf, das Netzwerk erweiterte sich – die Arbeit nahm überraschend gut Fahrt auf. Der letzte Herbst war dennoch sehr herausfordernd. Auf dem sehr konservativen deutschen Markt trifft man sich zu Verkaufsverhandlungen stets von Angesicht zu Angesicht, Beziehungen und Vertrauen werden normalerweise mittels persönlicher Treffen aufgebaut, ein Schritt nach dem anderen. Trotz der schwierigen Corona-Situation in Deutschland sind digitale Treffen in dieser traditionellen Geschäftskultur nicht optimal und unsere deutsche Gesellschaft stand der Situation manchmal ebenfalls hilflos gegenüber. Dessen ungeachtet stieß das Team zielbewusst vorwärts und erreichte Bekanntheit, indem es interessante Beiträge auf digitalen Plattformen verfasste. Eine der tollsten Erfahrungen war, als es uns im Frühjahr gelang, einen Keynote-Beitrag vor dem Munich Network (Inno4X – Innovation Experts Panel), dem einflussreichsten Netzwerk der Startup-Industrie Deutschlands zu halten. Der deutsche Markt befindet sich weiterhin in einer herausfordernden Situation, aber positive Erfolge haben sich eingestellt. Im März gewannen wir die bedeutende Organisation der Interessenvertretung der Elektronik-Industrie ZVEI als Kunde und so gehen wir guter Dinge in Richtung Sommer.

Wir haben in einer extrem schwierigen Situation gekämpft. Zwischenzeitlich waren wir wirklich besorgt und haben auch eins auf die Mütze bekommen. Verglichen mit vielen anderen Branchen und Gesellschaften sind wir gut durchgekommen, die Schlüssel zum Durchkommen befinden sich weiterhin in unserer Hand und dafür sind wir sehr dankbar. Ich habe viel darüber nachgedacht, wie wir unseren Optimismus und den Glauben an den Erfolg bewahren konnten. Auch die kleinen Erfolge und der unerschütterliche Teamgeist haben uns bei der Bewältigung geholfen. Wir haben für unsere Belegschaft ein Programm gestaltet, das zu Home-Office-Zeiten mächtig inspiriert und unsere Zusammenarbeit festigt, und haben langfristige Kooperationen vereinbart, mit deren Hilfe wir auch künftig am gemeinsamen Spielverständnis und dem Teamgeist der Innolink-Truppe feilen. Die im vergangenen Frühjahr erhaltene Corona-Unterstützung von Business Finland eröffnete auch die Möglichkeit der neuen Ausrichtung der Arbeit und dabei Gas zu geben – in einer Situation, in der wir uns leicht hätten verkriechen können. Die Unterstützung war besonders mental sehr wichtig. Ich habe viel darüber diskutiert, wie das generelle Stimmungsbild und die Erwartungen der Business-Entscheider einen so starken Einfluss darauf haben, warum das Geschäft läuft – und vor allem warum es nicht läuft. Wie könnte man ähnliche Impulse entwickeln, um sich bereits jetzt entsprechend zu wappnen, damit Wachstumsgeschwindigkeit und Investitionen auch weiterhin anziehen.

Corona ist noch keineswegs geschultert, obwohl die Barometer zeigen, dass der Glaube an die Erholung der Wirtschaft steigt, Optimismus in der Luft liegt und der Markt sich fast im selben Tempo mit dem Impfschutz zu öffnen beginnt.

Zwischenzeitlich war man echt in Sorge, aber jetzt verschwindet das kalte Schaudern, da das Schiff sich endlich zu drehen beginnt.

 

Der Autor ist der CEO und Inhaber von Innolink.

Pekka Vuorela
CEO, Innolink
www.innolinkgroup.de

 

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